

Frauen sind das bedeutendste, noch unausgeschöpfte Fach- und Führungskräftepotenzial in Deutschland. Wie bei der Beteiligung von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft messbare Fortschritte erzielt werden können, zeigte das Beispiel Norwegen. Hier wurde 1998 per Gesetz eine Frauenquote von 40% in den Aufsichtsräten (boards) beschlossen und in den folgenden Jahren Schritt für Schritt umgesetzt. Seit 2008 gilt diese Quote für alle börsennotierten Unternehmen in Norwegen.
Über die Erfahrungen in Norwegen berichtete einer der namhaften Experten des Landes, Prof. Morten Huse von der BI Norwegian School of Management, der führenden Wirtschaftsuniversität Norwegens.
Prof. Morten Huse hat mehrere Aufsichtsratsmandate inne und forscht seit Jahren über Unternehmensführung und Entscheidungsprozesse in Aufsichtsräten. Sein Vortrag über „Frauen in Aufsichtsräten – Das Beispiel von Norwegen“ in englischer Sprache wurde simultan übersetzt.
Die Entwicklung in Norwegen und inzwischen in weiteren europäischen Wettbewerbsländern (Niederlande, Frankreich, Spanien) zeigen, dass in Deutschland mehr als bisher getan werden muss, um auch zukünftig wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben und die Gleichstellung von Frauen und Männern zu erreichen.
Daten und Fakten zur Diskrepanz zwischen (wachsender) Bildung und stagnierender Erwerbsbeteiligung von Frauen in Deutschland wurden von Isabel Rothe, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, präsentiert. Sie bezweifelte die Zukunftsträchtigkeit der faktischen Männerquote in der Arbeitswelt für Deutschland.
Einige namhafte Unternehmen in Deutschland haben sich bereits ambitionierte Ziele gesetzt, um die Karrierechancen von Frauen in ihren Unternehmen nachhaltig zu verbessern.
Die Commerzbank spricht sich beispielsweise klar für mehr Frauen in Führungspositionen aus. Um das leistungsfähigste Führungsteam zu stellen, müssen alle Talente berücksichtigt werden. Deshalb initiierte der Vorstand 2010 ein Projekt mit dem Ziel, mehr Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Den Ansatz der Bank präsentierte Jutta Wolf, Abteilungsdirektorin Diversity Management der Commerzbank AG.Im abschließenden Round table-Gespräch wurden die präsentierten Ansätze und Maßnahmen mit Vertretern und Vertreterinnen der Dortmunder Wirtschaft diskutiert.
