

Anfang des Jahres hieß es in einem kanadischen Blog:
“Becoming visible 2011: Social innovation
goes mainstream”. Was damals als eine recht
optimistische Prognose erschien, erweist sich mittlerweile
immer mehr als Realität. Einen der besten Beweise dafür lieferte
die internationale
wissenschaftliche Konferenz “Challenge Social Innovation –
Innovating innovation by research – 100 years after Schumpeter”,
die vom 19. bis zum 21. September im Wiener Kongresszentrum Tech Gate stattfand.
Mit über 350 Besuchern war die Konferenz bereits mehrere Wochen im Voraus
komplett ausgebucht und es bildete sich eine lange Warteliste. Die
Teilnehmer kamen nach Wien aus 54 Ländern und auch in puncto berufliche
Beschäftigung stellte das Teilnehmerfeld eine breite Palette dar: Neben
zahlreichen Wissenschaftlern waren viele Vertreter aus Politik, Wirtschaft
und Nicht-Regierungsorganisationen anwesend. Insgesamt wurde im Laufe der
dreitägigen Veranstaltung deutlich, dass soziale Innovation in ganz unterschiedlichen
Gesellschaftsbereichen immer mehr als Schlüssel zur Lösung vielfältiger Probleme verstanden wird.
Organisiert wurde die Konferenz gemeinsam von der Sozialforschungsstelle Dortmund
(ZWE der TU Dortmund), dem Zentrum für Soziale Innovation (Wien),
der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG sowie
NET4SOCIETY, dem internationalen
Netzwerk der Nationalen Kontaktstellen für Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften im
7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm.
Neben wissenschaftlichem Austausch
und Netzwerkbildung bestand eines der zentralen Ziele der Konferenz in der
Ausarbeitung der sogenannten “Vienna Declaration”, einer gemeinsamen Erklärung der
Konferenzteilnehmer im Hinblick auf die 14 dringlichsten Forschungsfragen im Bereich Soziale
Innovation in den kommenden Jahren (“The most needed social innovations and related
research topics”). Die Anzahl der Fragen spiegelt die Anzahl der Sessions wider:
In jeweils sieben Parallel Sessions
wurde am ersten und am zweiten Konferenztag über die wichtigsten Themen referiert und
diskutiert, die bei der Erforschung sozialer Innovationen besondere Relevanz haben.
Auf diese Weise brachte jede Session mehrere wichtige Fragen hervor, über die am Ende
alle Teilnehmer abstimmen durften.
Die Themenbreite der Parallel Sessions
reichte u.a. von Nachhaltigkeit über Bildung
bis hin zu Society 2.0. Die Session zur Rolle der Sozialwissenschaften bei der
Entstehung von sozialen Innovationen wurde von Prof. Dr. Jürgen Howaldt moderiert
und war mit gut 80 Teilnehmern die meistbesuchte Session am zweiten Konferenztag.
Insgesamt beteiligte sich die Sozialforschungsstelle mit fünf Vorträgen. Außerdem
übernahmen Prof. Dr. Jürgen Howaldt und
Dr. Hans-Werner Franz jeweils mehrfach die
Moderation bei Plenarsessions mit Podiumsdiskussionen sowie Keynote-Reden. Als
Keynote-Speaker traten u.a.
Prof. Geoff Mulgan, (NESTA, London),
Prof. Dr. Uwe Schneidewind
(Wuppertal Institut) sowie Prof. Denis Harrisson (CRISES, Montreal) auf.Für besondere
Aufmerksamkeit sorgte die Podiumsdiskussion zum Abschluss des ersten Konferenztages,
an der neben Geoff Mulgan u.a. Liesbet de Letter (Generaldirektion Regionalpolitik der
Europäischen Kommission) und Antonella Noya (OECD) teilnahmen. Hier kamen zum einen
ganz unterschiedliche Konzepte von sozialer Innovation zum Ausdruck. Zum anderen wurde
deutlich, dass die Forschung, aber auch die Politik, eine ganze Reihe von wichtigen
Fragen beantworten müssen, damit soziale Innovationen möglichst schnell und effektiv
in der Gesellschaft verbreitet werden.
Kontrovers diskutiert wurde u.a., was soziale Innovation sozial mache, ob nicht alle Innovationen sozial seien, welche sozialen Innovationen gut und welche schlecht seien, oder auch die Frage, welche Rolle Intention bei der Entstehung von sozialen Innovationen spiele. Einen großen Höhepunkt der Konferenz bildete der dritte Konferenztag mit bilateralen Treffen, exzellent organisiert von NET4SOCIETY. Im Laufe des Nachmittags konnte jeder Teilnehmer bis zu fünf halbstündige Treffen abhalten, und diese Kommunikationsmöglichkeit wurde ausgiebig genutzt. Dabei ging es bei vielen Treffen um Konsortienbildung im Hinblick auf laufende Ausschreibungen im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU. Insofern bot die Konferenz die einmalige Gelegenheit, innerhalb kürzester Zeit und am selben Ort potenzielle Projektpartner aus ganz Europa und darüber hinaus zu treffen. Ein unschätzbarer Vorteil für alle, die sich mit dem Thema soziale Innovation befassen.
Dokumente:
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Agenda der Veranstaltung | |
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Die Wiener Erklärung v.2 | |
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(Orig.) Konferenzbericht: CSI 2011 |
Publikationen zum Thema "Social Innovation":
Weitere Links:
