

Dortmund. Neue Wege bei der Rekrutierung von Auszubildenden disku-tierten am 29. September 2011 im Harenberg City Center Dortmund Ver-treter der Wirtschaft mit Kammern, Wirtschaftsförderung, der Agentur für Arbeit sowie der Stadt Dortmund.
So betont Claus-Dieter Weibert, Stellvertretener Hauptgeschäftsführer von der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund: Die Integration von Migranten ist nicht nur eine sozialpolitische, sondern auch eine wirtschaft-liche Frage. Frau Martina Schmidt, Abteilungsleiterin Berufsausbildung der Handwerkskammer Dortmund würdigt das Wissen von jungen Migranten für neue Märkte und Bereiche. Mit der Kampagne „Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hin will“, möchte das Handwerk Offen-heit demonstrieren und Jugendliche mit Migrationshintergrund gezielt ansprechen.
Unter der Fragestellung „Warum müssen sich Arbeitgeber interkulturell öffnen?“ stellten sich die Unternehmen Kühne + Nagel aus Hamburg, das Dortmunder Unternehmen ABP Induction Systems und das Projekt „Bera-tung, Qualifizierung, Migration“ aus Hamburg vor. Die beiden Unterneh-men haben ihre Einstellungsverfahren und Ansprachekonzepte verändert, um gezielt Jugendliche mit Migrationshintergrund für ihre dualen Ausbil-dungen bzw. Studiengänge zu gewinnen. „Es geht nicht um ein wün-schenswertes Miteinander, sondern um betriebswirtschaftlichen Erfolg. Aus diesem Grund ist es unverantwortlich, Potenziale von Migranten nicht zu nutzen“ resümiert Michel Rothgaenger, Ausbildungsleiter von Kühne + Nagel. Elisabeth Wazinski, Referentin bei BQM Hamburg berichtet von den langjährigen Erfahrungen von BQM in Hamburg: „Junge Migranten müssen häufig immer noch bessere Leistung erbringen, um im Vergleich zu Nicht-migranten die gleichen Chancen zu haben. Ursachen sind negative ethni-sche Leistungsannahmen, latente Diskriminierung und verschiedenes kul-turelles, soziales und symbolische Kapital.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion macht Elisabeth Wazinski von BQM deutlich, dass Unternehmen gut daran gelegen ist, eine Willkom-mensstruktur zu entwickeln. Sven Hille, Leiter Personal bei ABP Inductions verweist in diesem Zusammenhang auf die Anfrage nach Sprachfähigkei-ten, wie z. B. Türkisch bei der Unternehmensdarstellung. Die Bewerberzahl von Migranten ist danach gestiegen.Hintergrund:
Die Veranstaltung war ein Auftakt zu einem Fortbildungsangebot für Per-sonal- und Ausbildungsleitungen in Dortmund und wurde von der Regio-nalen Arbeitsstelle für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien (RAA) Dortmund und der Sozialforschungsstelle an der TU Dortmund im Rahmen des XENOS-Projekts „Interkulturelle Öffnung von Dortmunder Ausbildungsbetrieben und Institutionen der Berufsbildung“ organisiert. Kooperationspartner waren Kammern, Wirtschaftsförderung und Agentur für Arbeit.
