

Innovation ist nach Hans-Jörg Bullinger "nutzenstiftende Problemlösung durch einen neuen Ansatz: "durch neue und verbesserte Erzeugnisse, Leistungen, Verfahren, Organisationsformen, Märkte u.a. Sie umfasst den gesamten Prozess von der Idee über Entwicklung und Produktion bis hin zur Markteinführung bzw. Realisierung."
Unterschiedliche Arten und Formen von Wissenschaft spielen dabei eine wichtige Rolle. Von zentraler Bedeutung für Erfolg oder Misserfolg von Innovationsprozessen ist jedoch, dass in allen Phasen dieses Prozesses Menschen miteinander kommunizieren und kooperieren. Der Nutzen handlungsorientierter Arbeitsforschung kann und muss darin liegen, die organisatorischen Bedingungen von Zusammen-Arbeit zweckorientiert und erfolgreich zu gestalten. Gelingende Erneuerung braucht innovationsförderliche Organisation von Beteiligung und Akzeptanz, offene Gestaltung von Arbeits- und Lernprozessen in Organisationen, Netzwerken und Regionen, das Aufschließen von Menschen und Organisationen für Neuerung, die immer auch Veränderung ist. Technische Innovation braucht soziale Innovation.
Damit die Arbeitsforschung diesem Anspruch genügen kann, muss sie jedoch den Elfenbeinturm der reinen Analyse verlassen und sich als gleichberechtigt intervenierender und qualifizierender Akteur verstehen, der sowohl den Nutzenkriterien der Praxis als auch den Qualitätsansprüchen wissenschaftlich begründeter Theorie und Methodik verpflichtet ist.
