


Der Minister bekam lebhaften Beifall, als er feststellte, Europa und erst recht der Exportweltmeister Deutschland könnten es sich nicht leisten, mit Billiglohnländern zu konkurrieren. Ihre Wettbewerbsfähigkeit hänge von guten Wissenschaftlern, einfallsreichen Ingenieuren und qualifizierten Arbeitnehmern ab. Und sie alle wollten für gute Arbeit gutes Geld und gute Arbeitsbedingungen. Dazu müssten sich die Unternehmen ebenso wie die Politik vermehrt um noch mehr und bessere Aus- und Weiterbildung von Facharbeitern und Ingenieuren kümmern. „Und ich suche den Betrieb, der erfahrene Arbeitnehmer über 60 einstellt.“ Auch bräuchten die Unternehmen eine Anerkennungskultur. Respekt vor der Leistung der Beschäftigten sei mindestens ebenso wichtig wie gute Bezahlung.

Daneben berichteten Vertreter zweier Dortmunder Industrieunternehmen, wie sie es schaffen, trotz der weltweiten Konkurrenz am Standort Dortmund erfolgreich zu sein. Werner Schabsky stellte die alteingesessene Firma Atlas vor, die es mit hoch spe-zialisierten Sicherheitsschuhen schafft, stetig zu wachsen. Susanne Schwager berichtete, wie Limo Mikrooptik eine Belegschaft mit über 20 Nationalitäten motiviert. Für sie war das Thema der Veranstaltung „Gute Arbeit – Gute Bilanzen“ Unternehmensmotto.

Der Minister ließ es sich nicht nehmen, auch am anschließenden Podiumsgespräch teilzunehmen, das von Prof. Jürgen Howaldt (Sozialforschungsstelle) moderiert wurde. Der DGB-Vorsitzende Eberhard Weber betonte, man müsse von seiner Arbeit leben können. Allein in Dortmund seien 13.000 Personen auf zusätzliche Zahlungen aus öffentlichen Kassen angewiesen, weil ihr Lohn nicht zum Leben reiche. Die Präsidentin der Bundesanstalt für Ar-beitsschutz, Isabel Rothe, wies auf den Vormarsch stressbedingter psychischer Erkrankungen hin. Helmut Weber, Betriebsrat bei KHS, Hersteller von Abfüllanlagen, stellte die Bedeutung Gesundheit erhaltender Arbeitsbedingungen in den Vordergrund: „Gesundheit kann man organisieren. Wir hatten acht Monate lang keinen Betriebsunfall.“ Dr. Uwe Jürgenhake von der Beratungs-firma SI betonte, mit der Vergabe des New Deals-Prädikats für gute Arbeitsbedingungen und Personalentwicklung sollten die guten Beispiele hervorgehoben werden.
