

Zunächst referierte Klaus Kock (Kooperationsstelle) die zentralen Ergebnisse seiner Studie "Prekäre Beschäftigung und lokale Gewerkschaftsarbeit". Anhand zahlreicher Interviews und Dokumente aus Dortmund und dem Östlichen Ruhrgebiet lässt sich zeigen, dass mittlerweile die Lage vieler Arbeitnehmer/innen als prekär einzuschätzen ist, weil die Unsicherheit des Beschäftigungsverhältnisses ihnen die Grundlage zur Planung des eigenen Erwerbslebens entzieht. Frank Gerlach konnte diesen Eindruck aus der Sicht der Hans-Böckler-Stiftung, die verschiedene Projekte zum Wandel des Beschäftigungsverhältnisses fördert, bestätigen: Dortmund ist kein Einzelfall, die Ergebnisse der Studie lassen sich verallgemeinern.
Selbstständige ohne Beschäftigte sind die am stärksten wachsende Gruppe im deutschen Erwerbssystem. "Wie definiert sich eigentlich Selbstständigkeit?" fragte Kirsten Behnke von der ver.di-Selbstständigengruppe. Die Antwort fiel ernüchternd aus: trotz hoher Qualifikation flexibel, sofort abrufbar, immer verfügbar, abhängig und billig. Die ver.di-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Transparenz zu schaffen, Aufklärung zu leisten, Sicherung zu bieten, Ansprechpartnerin zu sein und ein Netzwerk zu bilden. Den Gedanken des Netzwerks griff auch Eberhard Weber (DGB Östliches Ruhrgebiet) in seinem Beitrag auf. Ziel einer regionalen Allianz für gute Arbeit müsse es sein, den Arbeitsmarkt fit zu machen für alle Erwerbstätigen. Benötigt wird ein Arbeitsmarkt, der die individuellen Möglichkeiten, Interessen und die Würde der Menschen berücksichtigt.
Die Studie "Prekäre Beschäftigung und lokale Gewerkschaftsarbeit. Eine Fallstudie aus dem Ruhrgebiet" von Klaus Kock finden Sie als PDF unter:
| www.sfs-dortmund.de [externer Link] | ||
| www.werkstatt-dortmund.de [externer Link] |
