

Nach der Präsentation der Ergebnisse von fünf paritätischen Expertenworkshops, die von der Sozialforschungsstelle zusammen mit ihrem französischen Kooperationspartner AFT-IFTIM im Rahmen ihrer Begleitforschungsaufgaben organisiert, moderiert und ausgewertet worden waren, stellten die beiden europäischen Sozialpartner einen gemeinsamen Entwurf mit Empfehlungen zur „Qualität der Dienstleistung im öffentlichen Personennahverkehr“ vor.

Ein wesentlicher Punkt dieser ambitionierten Empfehlungen ist die Berücksichtigung des Zusammenhangs von Qualität der Dienstleistung und Qualität der Arbeit. So werden in dem Entwurf Fragen der Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung im ÖPNV eng mit Fragen der Organisation der Arbeit und neuer Karrierechancen für die Beschäftigten in Verkehrsunternehmen ebenso verknüpft wie mit Fragen der Verbesserung der Aus- und Weiterbildung und der Anerkennung und Weitergabe von erfah-rungsbasierten Qualifikationen. Desweiteren sind in dem Entwurf Ansätze zur Bewältigung der anstehenden demographischen Veränderungen hinsichtlich der Einstellungspolitik und des Erhalts der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten bis zum Rentenalter formuliert.
Der Empfehlungsentwurf wurde von den Vertretern der nationalen Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften grundsätzlich zustimmend aufgenommen. Eine Reihe Änderungsvorschlägen der Sozialpartner werden derzeit in den Empfehlungsentwurf eingearbeitet werden. Anschließend soll der (überarbeitete) Empfehlungsentwurf von den Europäischen Gremien der Arbeitgeber und der Gewerkschaften im Nahverkehr verabschiedet werden. Damit würde ein modernes, sozial ausgewogenes Human-Relation-Konzept, das sich an den wachsenden Verkehrsproblemen in den Städten und den Anforderungen einer neuen Servicequalität orientiert, für eine europaweite Umsetzung zur Verfügung stehen.
