Organisation und Geschlecht
Die gegenwärtigen Umbrüche in der Gesellschaft gehen mit einer Vervielfältigung von Geschlechterarrangements und geschlechterpolitischen Herausforderungen einher. Die heutige Situation in den Betrieben zeigt, dass in den vielfältigen Umstrukturierungsprozessen sowohl traditionelle Formen der Arbeitsorganisation als auch bisherige Geschlechterdifferenzen nicht mehr als „ordnende“ Strukturen fungieren und geschlechterbezogene Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen heute nicht mehr umstandslos reproduziert werden. Die „Unordnung der Geschlechter“ (Kutzner 2005; 2003) besagt u.a., dass Trennungslinien von Über- und Unterordnung nicht mehr nur entlang der Kategorie Geschlecht verlaufen. Die Veränderungen von Arbeit eröffnen auch neue Gestaltungschancen. Damit verknüpfte Fragen zu den Veränderungsprozessen im Geschlechterverhältnis sowohl in privaten wie in beruflichen Lebensbereichen werden in vielen Studien des Forschungsbereichs berücksichtigt.
Gender Mainstreaming
Ein Thema des Forschungsbereichs ist die Präzisierung und Implementierung des Gender Mainstreaming-Konzepts in Deutschland. Ausgehend von langjährigen Erfahrungen mit der Integration einer Geschlechterperspektive in Organisations- und Personalentwicklung werden Organisationsanalysen und -beratungen in Wirtschaftsunternehmen (vorwiegend Dienstleistungs- und Sozialbetriebe), in Kommunal- und Landesverwaltungen sowie in Nichtregierungsorganisationen durchgeführt. Ziel ist es, die Gender-Perspektive in Instrumente zur Personal- und Organisationsentwicklung zu integrieren. Dabei ist auch von Interesse, unter welchen Voraussetzungen diese Ansätze zu einer größeren Geschlechtersensibilität beitragen und inwieweit es mit ihnen gelingt, Gleichstellungsaspekte in alle Bereiche einer Organisation zu integrieren.