

Verschiedene Fallstudien und Gutachten (z.B. Lifelong Learning in Germany – Financing and Innovation, CEDEFOP/ETF-Vorhaben „Szenarien und Strategien der Beruflichen Bildung“) schließen an eine lange Tradition der sfs in der europäischen und europäisch vergleichenden Berufsbildungsforschung an. Diese Forschungslinie ist mit dem Ziel verbunden, die Berufsbildung in Deutschland im europäischen Kontext analysierbar zu machen und dabei ihre spezifischen Stärken und zunehmenden Schwächen besser zu verstehen.
Europäisch vergleichende Forschung zu Berufsbildung beschränkt sich längst nicht mehr auf die Erstausbildung. So haben z.B. Leonardo-Projekte, an denen der Forschungsbereich beteiligt ist, die Output-Qualität von Fachhochschulausbildungen (insbesondere für betriebliche Nutzer) sowie neue Entwicklungen der „Verlinkung“ (dualer) Systeme akademischer Aus- und Weiterbildung, die postakademische Zusatzqualifizierung für europäische Ingenieure sowie die Entwicklung von Methoden und Instrumenten kontinuierlicher Weiterbildung zur Wiedereingliederung von Frauen in den Beruf zum Gegenstand (Womback).
Chancengleichheit und Antidiskriminierung stehen derzeit oben auf der politischen Agenda der EU und ihrer Mitgliedsstaaten. Mit der Beteiligung an dem durch die EU geförderten LEONARDO-Projekt EDLESI („Equality und Diversity Learning in the European Steel Industry“) verbindet der Forschungsbereich seine langjährige Branchenkompetenz in der Stahlindustrie mit einem hochaktuellen Thema der betrieblichen Personalpolitik. Für die konkrete Umsetzung in europäischen Stahlunternehmen wird dazu ein Trainingsprogramm entwickelt.
Unter der Perspektive des „Lebenslangen Lernens“ (LLL) wurde im Leonardo-Projekt „Conducteurs de transports urbains en Europe“ (CTUE) 2002 -2005 ein Kompetenzentwicklungskonzept für qualitätsorientierte Wettbewerbsstrategien im ÖPNV entwickelt. Mit den europäischen Sozialpartnern im Nahverkehrssektor werden derzeit die Spielräume diskutiert, in denen die Umsetzung dieses Konzeptes den einzelnen EU-Ländern empfohlen werden kann (siehe Abschnitt „Sozialer Dialog“). Eine Flankierung dieser Umsetzungsaktivität ist durch die Entwicklung eines Verfahrens zur Validierung von informellen Kompetenzen des Fahrpersonals in den städtischen Verkehrsbetrieben im Rahmen des neuen EU-Programmes für Lebenslanges Lernen vorgesehen.
Lebensbegleitendes Lernen als Leitidee von Bildung in einer modernen Wissensgesellschaft wird mehr und mehr zur entscheidenden Antwort auf den tief greifenden technologischen, sozialen, wirtschaftlichen und demographischen Wandel und die Herausforderungen der Globalisierung und Modernisierung. Damit wachsen auch die Anforderung an jeden Einzelnen, sich aktiv und selbstbewusst mit dem ständigen Wandel in Arbeitswelt und Gesellschaft auseinander zu setzen und ihn positiv zu bewältigen. Lebensbegleitendes Lernen zielt darauf ab, individuelle Kompetenzen in einem umfassenden Sinne zu entfalten und dadurch auch die Teilhabe an Arbeitswelt und Gesellschaft zu fördern, Benachteiligung abzubauen und die Demokratie zu festigen.



