Potenzialorientierte Personal- und Organisationsentwicklung
Die Förderung von Kompetenzen und Potenzialen der Beschäftigten und die daraus entstehenden Anforderungen an die Organisationsentwicklung gewinnen in Europa im Kontext des demografischen Wandels erkennbar erneut Bedeutung. Damit verzahnen sich Fragen der Qualitäts- und Organisationsentwicklung und der potenzialorientierten Personalentwicklung stärker als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.
Die im FB 3 zu diesem Feld durchgeführten Projekte – mehrere davon im Rahmen europäischer Programme und Forschungskooperationen – gruppieren sich um thematische Schwerpunkte, die gesellschaftlich von erheblicher Bedeutung sind. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung geht es in Vorhaben der Gießerei- und Schmiedeindustrie sowie der Automobilindustrie um alternde Belegschaften. Im Unterschied zu traditionellen Ansätzen alter(n)sgerechter Beschäftigung bearbeiten wir dabei die Etablierung eines intergenerationalen Personalmanagements, das Lernen und Zusammenarbeiten zwischen Generationen fördert und flexibel auf individualisierte Lebensmodelle reagiert. Die, mit dem intergenerationellen Ansatz verbundene, Aufwertung des Erfahrungslernens und des Erwerbs informeller Kompetenzen gegenüber formalisiertem Wissenserwerb sind – fokussiert auf erfahrungsgeleitetes Arbeiten und Organisationskompetenz – zentrale Elemente der Forschung in der mittelständischen Metallindustrie.
Generationengerechtigkeit – die sozial gerechte Verteilung von Ressourcen und Lasten zwischen Generationen – gewinnt in der Debatte über die Konsequenzen des demographischen Wandels, als Vorstellung, Anforderung und Maßstab in der Gesellschaft, an Bedeutung. Dagegen spielt Generationengerechtigkeit als Richtschnur des arbeits- und sozialpolitischen Handelns im Betrieb eher eine wenig explizierte Rolle. Betriebsräte sind seit jeher und qua Gesetz wichtige Akteure und Instanzen eines betrieblichen „Gerechtigkeitsmanagements“ – auch zwischen Altersgruppen bzw. unterschiedlichen Generationen im Betrieb. Mit den beginnenden Auseinandersetzungen über die betriebliche Bewältigung des demografischen Wandels wird „Gerechtigkeit“ als Leitvorstellung für Betriebsräte für die Verteilung von Chancen, Lasten und Belohnungen zwischen Altersgruppen wichtiger.
Die Studie "Generationenpolitik und Generationengerechtigkeit im Betrieb" versucht, zur Klärung der Bedeutung dieser Thematik im Betrieb und für Betriebsräte u.a. durch kontrastierende Fallstudien in unterschiedlichen Branchen beizutragen.