Zentren Lebensbegleitenden Lernens
Lebensbegleitendes Lernen als Leitidee von Bildung in einer modernen Wissensgesellschaft wird mehr und mehr zur entscheidenden Antwort auf den tief greifenden technologischen, sozialen, wirtschaftlichen und demographischen Wandel und die Herausforderungen der Globalisierung und Modernisierung. Damit wachsen auch die Anforderung an jeden Einzelnen, sich aktiv und selbstbewusst mit dem ständigen Wandel in Arbeitswelt und Gesellschaft auseinander zu setzen und ihn positiv zu bewältigen. Lebensbegleitendes Lernen zielt darauf ab, individuelle Kompetenzen in einem umfassenden Sinne zu entfalten und dadurch auch die Teilhabe an Arbeitswelt und Gesellschaft zu fördern, Benachteiligung abzubauen und die Demokratie zu festigen.
Die Entwicklung und Etablierung von Zentren Lebensbegleitenden Lernens (ZLL) in Hessen stellt einen Einstieg und einen Beitrag zur Entwicklung eines Systems Lebenslangen oder Lebensbegleitenden Lernens als übergreifendes Strukturprinzip dar. Der von uns auf der Basis eines Gutachtens zur Wirksamkeit des Hessischen Weiterbildungsgesetzes HEBG initiierte und begleitete Aufbau von Zentren Lebensbegleitenden Lernens in Hessen verfolgt eine bildungspolitische, pädagogische und strukturelle Neuausrichtung im Bildungssystem, durch die Funktion und Grenzen öffentlicher Verantwortung im Schul-, Ausbildungs- und Weiterbildungssektor neu bestimmt und profiliert werden. In einem ersten Schritt geht es darum, berufliche Schulen, Schulen für Erwachsene, Volkshochschulen und weitere Bildungseinrichtungen – darunter auch Berufsbildungszentren – zu betriebsförmig organisierten integrierten Bildungsdienstleistern zusammenzuführen. Damit sollen die für die deutsche Bildungslandschaft typischen Zäsuren zwischen schulischem und außerschulischem Lernen sowie zwischen beruflicher Aus- und beruflicher Weiterbildung, aber auch zwischen allgemeiner und beruflicher Weiterbildung überwunden und gezielt auf ein gemeinsames System Lebensbegleitenden Lernens in Hessen ausgerichtet werden.