Nachhaltige Gestaltung von Erwerbsarbeit
Zentrales Arbeitsthema dieses Forschungsschwerpunkts sind die subjektiven Dimensionen sowie die Prozesse der "sozialen Herstellung" von Gesundheit auf der Ebene von Gruppen, Organisationen und Institutionen. Empirische Forschung dazu bildet die wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung tragfähiger Transfer- und Präventionskonzepte. Vor dem Hintergrund moderner gesundheitstheoretischer und präventionswissenschaftlicher Ansätze werden insbesondere personale und organisationale Ressourcen der Gesundheit fokussiert; neben dem klassischen Belastungsabbau gewinnt das individuelle, betriebliche und gesellschaftliche Ressourcen-Management an Bedeutung.
Das von der sfs geleitete Verbundvorhaben "selbstständig & gesund" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin wurde mit Vorlage einer umfassenden Bestandsaufnahme und Empfehlungen für ein nationales Handlungskonzept erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden 2007 in einem Forschungsbericht der BAuA veröffentlicht (PRÖLL u.a. 2007), die Homepage des Projektes wird von einem der Partner weiterhin gepflegt (www.selbststaendig-und-gesund.de).
Im Projekt "selbstständig & gesund" wurden u. a. die Notwendigkeit einer stärkeren Verzahnung von persönlichem und betrieblichem Gesundheitsmanagement Selbstständiger sowie die Hypothese noch unzureichend erschlossener Transferpotenziale von Kammern und Verbänden für "entrepreneuriale Prävention" näher begründet. Beides spielt eine zentrale Rolle im - gemeinsam mit dem RKW-Kompetenzzentrum durchgeführten - BMBF-Verbundvorhaben "PräTrans". Dieses Projekt bildete auf Grund seines Volumens und seiner Komplexität den herausragenden Arbeitsschwerpunkt des FB 6.
In "PräTrans". werden endogene Transferpotenziale verschiedener Kammer- und Verbandstypen (Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Berufskammern, Wirtschaftsverbände) für Prävention empirisch-systematisch untersucht. Bedarfe, Erwartungen und Deutungen der Mitglieder in Bezug auf (selbstständige) Erwerbsarbeit und Gesundheit liefern Anhaltspunkte für eine gezielte und erfolgreiche Mitgliederkommunikation zum Thema. Gemeinsam mit einzelnen Kammern und Verbänden werden Modelle für die Themenintegration in den jeweils potenzialträchtigsten Handlungsfeldern entwickelt (Information, Beratung, Weiterbildung, branchen- und professionspolitischer Dialog, Erfahrungsaustausch etc.). Erfolgreich pilotierte Problemlösungen, prototypische Werkzeuge, Curricula und Informationsmodule werden systematisiert und auf einer Internet-Plattform für den Breitentransfer der Kammern und Verbände bereit gestellt und gepflegt.
Die Ergebnisse der umfangreichen empirischen Erhebungen zur Potenzialanalyse flossen in mehrere Modellprojekte ein. Die daraus entwickelten Konzepte wurden in einem ersten "Werkstattgespräch" präsentiert und diskutiert. Eine Tagungsdokumentation, weitere Arbeitsergebnisse und aktuelle Informationen finden sich auf der Homepage des PräTrans-Projektes (
www.gesundheit-unternehmen.de).