Technikgestaltung im Kontext von Organisations- und Personalentwicklung
Schwerpunkt dieses Forschungsscherpunktes ist die Ausgestaltung von Technologien in Unternehmen und ihre Einbindung in die Organisations- und Personalentwicklung.
Wie nehmen mittelständische Unternehmen neue Technologien auf? Welche Veränderungen induzieren neue Technologien in der Arbeits- und Organisationsgestaltung? Diese Fragestellungen konnten exemplarisch für die Anfänge des E-Business in der Gießereiindustrie verfolgt und im Berichtszeitraum abgeschlossen werden. Der Hype des E-Business ist längst in den Alltag aufgenommen, so unsere Erfahrungen (Schultze et al 2007).
Dabei zeigt sich eine Differenz zwischen einer „impliziten Cleverness der Praxis“ (Schultze et al 2007) in den Unternehmen und den in vielen Lehrbüchern formulierten Strategien. Hier haben mittelständische Unternehmen ein eigenes Modernisierungsmuster entwickelt, das auf proklamatorische Elemente - wie in Großunternehmen notwendig - verzichtet und stattdessen die eigene Flexibilität und direkte Kommunikation in den Vordergrund stellt. Für diesen Weg wurden Konzepte und Entwicklungswerkzeuge erweitert, um die Verbindung von Strategieentwicklung, Technikentwicklung und Marktbezug für kleine und mittlere Unternehmen handhabbar zu machen.
Wie können im nächsten Innovationsfenster E-Wertschöpfung die weiteren Schritte der Informatisierung der Wertschöpfungskette von den Unternehmen bewältigt werden? Wie kann die Innovationskompetenz gestärkt werden? Der Forschungsbereich hat mit der „Innovationsallianz Guss“ hierzu gemeinsam mit dem Deutschen Gießereiverband ein Eigenprojekt gestartet. Das Ziel des Verbunds ist die gemeinsame Entwicklung von neuen Produkten, Werkstoffen und Verfahren, die erst durch das Zusammenbringen der verschiedenen Kompetenzen der Unternehmen möglich werden (Schultze 2005a). Neu gegenüber den gewachsenen und bewährten Kooperationen der einzelnen Gießereien sind die Möglichkeiten, mit unterschiedlichen Partnern zu arbeiten, gemeinsam Produkt- und Verfahrensinnovationen zu entwickeln und einem erweiterten Kundenkreis anzubieten.
An diese Erfahrungen will der Forschungsbereich anknüpfen und diese Themen in Zukunft weiter verfolgen. Im Vordergrund werden die Verbindung der Innovationskompetenz in unterschiedlichen Unternehmen, kooperative Innovationen sowie unternehmensübergreifende Ansätze entlang der Wertschöpfungskette stehen. Mit der Erweiterung des Themenstrangs Technik und Arbeit wird eine engere Zusammenarbeit mit Technikentwicklern ein größeres Gewicht erhalten.