

Geschlechterpolitik in Organisationen und Ansätze für eine effektive Gleichstellungspolitik in Unternehmen, Verwaltungen und Forschungsinstitutionen stellen einen Forschungsstrang dar. Zum einen ist von Interesse, welche Strukturen Frauen benachteiligen, zum anderen wird untersucht, warum und wie das traditionelle hierarchische Geschlechterverhältnis hergestellt wird, vor allem wie es sich zugunsten von Frauen verändern lässt und wer dazu beiträgt.
Die Untersuchung von Umstrukturierungsprozessen in Betrieben der Privatwirtschaft hat beispielsweise gezeigt, dass sowohl traditionelle Formen der Arbeitsorganisation als auch bisherige Geschlechterdifferenzen als „ordnende“ Strukturen ihre Bedeutung verlieren können, dass also geschlechterbezogene Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen heute nicht mehr umstandslos reproduziert werden. Vielmehr eröffnen Veränderungen von Arbeit auch neue Gestaltungschancen. Fragen nach Veränderungen im Geschlechterverhältnis wird auch in neuen Arbeitsbereichen nachgegangen. Von Interesse ist hier, ob in neu entstehenden Arbeitszusammenhängen, in denen es noch keine verfestigten (formellen und informellen) Organisationsstrukturen gibt, die das Geschlechterverhältnis bestimmen, Chancen zur Gleichstellung von Frauen und Männern bestehen.
An diese Fragen knüpfen Analysen von Strategien und Konzepten zur Herstellung von Chancengleichheit an, Schwerpunkte sind hierbei Frauenförderkonzepte, Gender Mainstreaming und Diversity-Konzepte. Die zentralen Fragen lauten: Mit welchen Konzepten können welche Ergebnisse erreicht werden? Wie müssen diese Konzepte gestaltet sein, um die gesetzten Ziele zu erreichen? Ein Beispiel ist die wissenschaftliche Begleitung und Beratung bei der Implementierung des Gender Mainstreaming-Konzepts in öffentlichen Verwaltungen und Betrieben. Sie erfolgt mit dem besonderen Fokus, die Gender-Perspektive in Instrumente der Organisationsentwicklung und in Systeme des Qualitätsmanagements zu integrieren und damit Gleichstellungsaspekte in allen Bereichen einer Organisation zu verankern. Cross-Mentoring (unternehmensübergreifendes Mentoring), ein weiteres innovatives Instrument der Personalpolitik zur Erhöhung des Frauenanteils beim Führungskräftenachwuchses, wurde mehrfach in der Dortmunder Wirtschaft erprobt und hinsichtlich seiner Wirkungen evaluiert.
Ein neues Themenfeld befasst sich mit den Zusammenhängen von Innovation, Chancengleichheit und Diversity-Management. Zwar existieren Studien und Praxisbeispiele zu den einzelnen Themenfeldern, doch mangelt es an einer möglichen Verbindung dieser Themenstränge, ebenso wie an der Gestaltung von entsprechenden Strukturen und Handlungsweisen.
Weitere Forschungsfelder (Auswahl):
Die Wissenschaftlerinnen sind in zahlreichen nationalen und internationalen Gender-Netzwerken tätig. Die sfs ist Mitglied im Dortmunder Forum Frau und Wirtschaft e.V., das aktuelle Themen aus Wissenschaft und Praxis aufgreift und den Austausch mit zentralen lokalen Akteuren und Akteurinnen befördert.
Ein forschungsübergreifender Arbeitskreis “Geschlechterforschung – Geschlechterpolitik” dient einerseits der Querkoordination der vielfältigen Forschungs- und Beratungstätigkeiten in diesem Feld, d.h. er informiert und diskutiert über neue Forschungs- und Beratungsfelder. Andererseits sollen und können in dieser Querschnittsgruppe aus den einzelnen Projekten und damit aus unterschiedlichen Forschungsbereichen heraus Gestaltungsmöglichkeiten im Geschlechterverhältnis erarbeitet werden. Der Arbeitskreis macht sich darüber hinaus die konzeptionelle Weiterentwicklung des Themenfeldes “Geschlechterforschung und Geschlechterpolitik” an der sfs zur Aufgabe.
Ausgewählte Projekte:
Ausgewählte Publikationen:
Projektwebsites:
| Online-Selbstanalyseinstrument "Diversity-Management" [externer Link] |
Ansprechpartnerinnen:
| Dr. Edelgard Kutzner | ||
| Dr. Monika Goldmann | ||
| Ellen Hilf |






